Affolter-Konzept

Das Affolter Modell®

 

 Gliederung

 

  1. Wo wird es angewendet
  2. Grundannahmen des Affolter Modells
  3. Das Wurzelmodell der Entwicklung
  4. Spüren- was ist das?
  5. Die Therapiemethode

 

Das Affolter Modell

Dr. phil. Félicie Affolter studierte nach ihrer Ausbildung zur Logopädin und Gehörlosenlehrerin Psychologie, unter anderem bei Jean Piaget. 1976 gründete sie die „Stiftung Zentrum für Wahrnehmungsstörungen“ und die „Sonderschule für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen“.

 

Mit den Erfahrungen aus ihren Studien und der praktischen Arbeit entwickelte sie Mitte der 1980er Jahre ein Entwicklungsmodell und eine gespürte Interaktionstherapie die nach ihr benannt ist.

 

1. Wo wird es angewendet

 Es findet Anwendung bei allen Variationen der Hirnschädigung mit beispielsweise Sprach-, und Wahrnehmungsstörungen sowie bei Entwicklungsstörungen in jedem Lebensalter. In der Ergo- und Physiotherapie sowie in Rehabilitationseinrichtungen in der Pflege (24h) wird damit gearbeitet.

 

2. Grundannahmen des Affolter Modells

Als Menschen haben wir Erfahrungen gesammelt die uns dazu befähigen mit täglich auftretenden Alltagsaktivitäten, wie das öffnen der Zahncremetube und das Zähne putzen, umzugehen. Über unser taktil- kinästhetisches Sinnsystem lernen wir uns selbst in der Interaktion mit unserer Umgebung zu spüren. Auf diesen beiden Grundannahmen basieren unsere Fertigkeiten als Mensch (in Sprache, Gedächtnis, Motorik, Planung, Aufmerksamkeit, Konzentration und Sozialverhalten usw.).

 Nach einer Schädigung setzt Affolter darauf, über das taktil- kinästhetische Sinnsystem diese Grundlagen wieder zu erarbeiten. Die Behandlung setzt an der Wurzel an, nicht am Symptom.

3. Das Wurzelmodell der Entwicklung

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 4. Spüren- was ist das?

  Spüren ist ein multimodales System (z.B. Wahrnehmung von Spannung, Bewegung, Schmerz, Druck, Temperatur, Berührung) wofür die gesamte Körperoberfläche notwendig ist. Ohne Bewegung ist Spüren nicht möglich. Wir berühren unsere Umwelt und werden von ihr berührt. Affolter beschreibt die Information zu „WAS“ und „WO“ als eine der wichtigsten Informationen für unser zurechtfinden im Alltag (J.Söll, D. Schw. D. Pfl. 06/2007.)

 

5. Die Therapiemethode

 Diese Therapie ermöglicht es den Patienten, praktisch und alltagsbezogen zu lernen. Bei gestörter Wahrnehmung kann der Patient durch gezieltes Führen an Händen und Körper während alltäglicher Geschehnisse das „WO“ bin ich in Bezug zur Umgebung und „WAS“ geschieht mit mir erfahren. Einfaches pflegerisches Führen nach Affolter bedeutet z.B. die linke Hand des Pflegenden liegt auf der linken Hand des Patienten, die Rechte auf der Rechten und Pflegehandlungen, wie das öffnen der Zahncreme werden gemeinsam ausgeführt. Dabei kann der Pflegende hinter dem Patienten oder seitlich von ihm stehen. Während einer Führeinheit wird dem Patienten immer wieder bewusst gemacht in welcher Position (z.B. Liegen, Sitzen) er sich befindet (Wo). Durch diese geführten Interaktionserfahrungen werden motorische, kognitive und emotionale Leistungen gefördert.

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